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Change (Miss-) Management und Motorrad (-crash) – ein Vergleich

Ich fahre leidenschaftlich gerne Motorrad. Nicht nur gerne, sondern auch viel. Das höchste der Gefühle für mich ist, in den Bergen unterwegs zu sein: tolle Aussichten zu genießen, schöne Kurven- und Serpentinenstrecken zu finden, die Schräglagen und das Rausbeschleunigen aus der Kurve zu spüren… eben die pure Fahrdynamik eines Motorrads. Das übt eine ungeheuere Faszination auf mich aus!

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Das Motorrad: ein komplexes Zusammenspiel der Kräfte; Quelle: hyperkommunikation.ch

Denjenigen, die nicht selbst fahren, sei gesagt: das ist Sport! Um ein Motorrad auf der Straße zu halten und – noch viel mehr – auf der richtigen Spur reicht es nicht, ein wenig am Lenker zu drehen. Gerade bei Kurvenfahrten muss das Motorradfahren richtiggehend bearbeitet und geführt werden: Spur wählen, anbremsen, Lenkimpuls, Gewichtsverlagerung, Abkippen, Blickführung, usw. Allesamt Faktoren, die ich als Motorradfahrer berücksichtigen muss.
Physikalisch betrachtet ist es ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Winkeln, Geschwindigkeiten, Ent- oder Beschleunigungswerten, Schwerpunkten, Reibungs- und Haftungskoeffizienten, Verwindungssteifigkeitswerten, Zug- und Druckstufen und was weiß ich noch alles.

Ich bin aber kein Physiker. Geschweige denn, dass ich all diese rationalen, physikalischen Größen während der Zufahrt auf die Kurve mit exakten Messwerten erfassen, verarbeiten und in folgerichtige Maßnahmen umsetzen könnte. Trotzdem bringe ich mein Motorrad regelmäßig um die Kurve.¹ Warum?

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Strategische Unternehmensberatung immer stärker unter Druck

Dass die strategische Unternehmensberatung immer stärker unter Druck gerät, ist für Insider nichts Neues. Die Boom-Jahre sind für McKinsey & Co. offenbar endgültig vorbei. Zwar stehen die Großen in der Branche – Marktführer McKinsey, The Boston Consulting Group oder Bain & Company – im Branchenvergleich auch heute ausgezeichnet da, der Kampf um potentielle Kunden zwingt sie jedoch, ihr Profil zu überdenken. Im Kern geht es dabei um Akquise und Kundenbindung durch zum Teil recht aggressive Wettbewerbsmethoden.

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Rückgang von Telearbeit in Deutschland – der Vorgesetzte als Kontrollfreak?

Yahoo-Chefin Marissa Meyer macht gerade den Praxistest, ob sich ein Unternehmen im 21. Jahrhundert auf autoritäre Weise führen und vor allem nachhaltig sanieren lässt. Ein scharfes Bewertungssystem und mehr Kontrolle der Mitarbeiter sollen dafür sorgen, dass der Internet-Gigant wieder dauerhaft schwarze Zahlen schreibt. Eine Maßnahme, die auch eine ganze Reihe öffentlicher Fragen aufwarf, war ihr Stopp der Telearbeit bei Yahoo. Die Mitarbeiter sollen ab sofort wieder möglichst vollzählig an ihren Office-Arbeitsplätzen erscheinen. Halboffiziell war dabei durchaus von einer Vertrauenskrise die Rede. Angeblich vermutet Marissa Meyer, dass die ursprünglich konzernweit propagierte Telearbeit dazu führt, dass sich die hochqualifizierten Heimarbeiter bei üppigen Gehaltschecks in der häuslichen Atmosphäre weniger für das Unternehmen engagieren als privat entspannen.

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Die Anti-McKinsey-Wende: Unternehmensberatung in der Krise – Teil 2

Disruption als Ausblick für die Zukunft?

Im ersten Teil (hier verfügbar) dieses Beitrags haben wir uns mit der Krise der Unternehmensberatung beschäftigt. Als Ursachen sehen wir – ebenso wie viele Unternehmen sowie die Insider der Branche – die tendenzielle Abkopplung der Beratungsbranche von den Interessen ihrer Auftraggeber, in der Fixierung auf Kennzahlen und Controlling sowie der Abwesenheit von eigenständigen, auf das Unternehmen angepassten Strategien und Visionen.

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Die Anti-McKinsey-Wende: Unternehmensberatungen in der Krise – Teil 1

Die großen Unternehmensberatungen – McKinsey & Co. – geraten nach langen Boom-Jahren immer stärker in die Defensive. Die Gewinner des Beratungswettbewerbs sind scheinbar die Wirtschaftsprüfer, die gegenüber ihren Auftraggebern mit operativen Kompetenzen punkten, die Strategieberatung als komplementäres Geschäft für sich entdecken und daher an Fusionen mit Unternehmensberatungen interessiert sind. Die Frage ist, was hinter der Beratungskrise wirklich steht. Wir präsentieren hier verschiedene Perspektiven.

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Führung in der Krise?

oder: Warum ein Ombudsmann bei Führungsproblemen nicht wirklich weiterhilft

Das öffentliche Image der Handelskette Aldi hat im September 2013 unter einem Misshandlungsskandal gelitten, der daneben auch belegt, dass es mit der Qualität der unternehmensinternen Führung nicht zum Besten steht.
Im baden-württembergischen Mahlberg hatten Mitarbeiter des Aldi-Süd-Zentrallagers missliebige Auszubildende mit Frischhaltefolie gefesselt und mit Filzstiften im Gesicht beschmiert. Möglicherweise haben sich die Misshandlungen sogar mehrfach zugetragen.

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Change-Management

oder: Veränderung macht keinen Spaß

Das deutsche E-Commerce befindet sich im Aufwind. Aus Sicht des Bundesverbandes Onlinehandel sind innerhalb der Europäischen Union die Zuwachsraten für das digitale Shopping nur in Großbritannien höher. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 33 Milliarden Euro im E-Commerce umgesetzt – gegenüber 2011 ist dies ein Wachstumsschub von 15 Prozent. Der IFH Branchenreport prognostiziert weiteres Wachstum und bescheinigt den sogenannten „Pure Playern“, also Unternehmen, die sich mit ihren Angeboten ausschließlich auf E-Commerce fokussieren, den nachhaltigsten Erfolg. Laut einer aktuellen Studie des Branchenverbandes Bitkom kaufen über 90 Prozent der Internet-Nutzer dort auch ein. 40 Prozent von ihnen shoppen mehr als zehn Mal jährlich online. Den kommerziellen Boom des Internets treiben alle sozialen Schichten und alle Altersgruppen. Nur acht Prozent der Befragten gaben an, bisher nicht von der Möglichkeit des Online-Kaufs Gebrauch gemacht zu haben. Ihren Verzicht darauf begründen sie überwiegend damit, dass sie sich vor dem Kauf eine reale Produkterfahrung wünschen.

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Die Angst vor Veränderung

oder „Früher war sogar die Zukunft besser“

Dass Siemens-Mitarbeiter gegen den Sparkurs des Konzerns auch mit öffentlichen Demonstrationen protestieren, ist nichts Neues. Zuletzt gingen im September 2013 die Mitarbeiter der Siemens-Flugzeuglogistik auf die Straße, da sie befürchten, dass die Abspaltung der Firma aus dem Konzernverbund zum Verkauf und zum Verlust ihrer Arbeitsplätze führen wird. Betriebsräte, Gewerkschaften und Mitarbeiter kritisieren bereits seit Jahren die „Portfolio-Politik“ der Unternehmensleitung, die laut einem IG-Metall-Gewerkschafter zwar klinisch sauber klinge, in Wirklichkeit jedoch bedeute, die Mitarbeiter „auf schmutzige Weise zu entsorgen“. Aus der Perspektive vieler Mitarbeiter präsentiert sich Siemens heute in weiten Teilen als „Kahlschlag-Unternehmen“, in dem es für die Beschäftigen trotz akzeptabler Konzerngewinne keine Sicherheiten gibt.
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