Beiträge

Wer – oder wie – ist der ideale Chef?

Wer ist der ideale Chef ist und wie macht er seine Arbeit? Diese Frage treibt viele Menschen um: Personal- und Fachabteilungen beispielsweise bei Neueinstellungen oder der Beförderung von Führungskräften. Management-Wissenschaftler beschäftigen sich damit auf der Suche nach dem ultimativen Geheimnis guter Führung. Und Mitarbeiter letztlich auch, denn sie wünschen sich, dass der eigene Vorgesetzte ihre persönlichen Stärken und Potenziale in optimaler Weise fördert.

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Work-Life-Balance per Verordnung?

Burnout ist hierzulande zum neuen Synonym für die Brutalität der Arbeitswelt geworden. Die Zunahme der stressbedingten Ausfalltage und die Steigerungsraten des Burnout-Syndroms in der klinischen Diagnose scheinen geradezu prädestiniert zu sein, ein Phänomen abzubilden, das sich ansonsten schwer fassen lässt. Mangelnde Führungskompetenz in den Unternehmen, das reale Maß der Überlastung von Arbeitnehmern oder Work-Life-Balance lassen sich nun einmal schwer als Zahlen abbilden – die Krankschreibungen auf Grund psychischer Probleme dagegen ganz exakt: Etwa 50 Prozent davon gelten als direkte Burnout-Faktoren. Und die Zahlen steigen rapide an. Burnout-bedingte Krankheitstage sind in den letzten acht Jahren um das Achtzehnfache gestiegen.

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Die Anti-Stress-Verordnung

Oder: wie die Politik Weicheier heranzüchten wird

Stellen Sie sich vor, Ihre Kinder kommen von der Schule nach Hause und jammern Ihnen vor, wie viel Stress sie doch in der Schule hätten. Jeden Tag müssten Hausaufgaben erledigt werden. Ständig müsse man sich auf Klausuren vorbereiten. Und zu allem Überfluss gäbe es hin und wieder auch Referate und Präsentation zu halten.

‚Fürsorgliche’ Eltern haben für dieses Dilemma natürlich sofort die Lösung parat. Einzeln oder zusammengerottet stürmen sie die Lehrerkonferenz – es fehlt nicht viel, dass sie sich wie beim Bauernaufstand mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnen; sie halten Inquisition, engagieren Winkeladvokaten oder wenden sich gleich an das Kultusministerium und fordern weniger Schulaufgaben, bessere Benotung und ähnliche Dinge für ihre Zöglinge.
‚Schlechte’ Eltern versuchen, Ihren Kindern Problemlösungsstrategien beizubringen, z.B. effizient lernen und Informationen recherchieren, eine bessere, zeitliche Organisation und so weiter, um mit dem Stress besser fertig zu werden.

Nicht anders läuft es bei den Erwachsenen. Um den Stress bei der Arbeit soll sich die Politik kümmern. Sie fühlt sich in ihrem Beglückungseifer auch angesprochen und will sich per Gesetz dafür einsetzen, dass der Stress im Berufsleben reduziert werde. Aber ist das der richtige Weg?

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Mobbing resultiert aus Führungsfehlern

Mobbing ist ein Phänomen, das aus Sicht von Sozialwissenschaftlern und Psychologen zunimmt. Fast erscheint es als ein Tribut an immer härtere Zeiten in der Arbeitswelt. Im deutschen Arbeitsreicht ist Mobbing nach wie vor in einer Grauzone angesiedelt. Viele Opfer klagen nicht und machen ihre Probleme mit Kollegen oder Chef mit sich selber aus. Hinzu kommt, dass es in Deutschland bisher kein Gesetz gibt, das explizit auf Mobbing abstellt. Die psychologische Diagnose „Mobbing-Syndrom“ lässt sich vor Gericht nur sehr eingeschränkt verwerten, da es nur selten gelingt, eine echte Kausalität zu den Handlungen anderer herzustellen. Der Sachverhalt Mobbing wird fast ausschließlich an den körperlichen und seelischen Reaktionen der Opfer festgemacht – die Täter spielen dagegen nur eine sekundäre Rolle. Dementsprechend gering ist das juristische Resultat von entsprechenden Verfahren: Von insgesamt etwa 1.300 Mobbing-Klagen waren nur etwa fünf Prozent erfolgreich.

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Stress und Burnout II

„Glückliche“ Mitarbeiter durch positive Führung

Das Thema unseres vorhergehenden Artikels war eine „regulatorische“ Perspektive auf beruflichen Stress und das daraus resultierende Risiko, einen Burnout zu erleiden. Der Zusammenhang der gesellschaftlichen Diskussion ist simpel: Stress und Burnout verursachen inzwischen gesellschaftliche Folgekosten in Milliardenhöhe – in Form von Krankheitstagen, Arbeitsausfall oder dem vorzeitigen Abschied aus dem Arbeitsleben in die Frühverrentung. Alarmierend ist nicht zuletzt, dass die Zahl der arbeitsbezogenen psychischen Erkrankungen seit dem Beginn der 2000er Jahre kontinuierlich zugenommen hat, entsprechendes Datenmaterial liefert unter anderem der Gesundheitsreport der DAK für das vergangene Jahr.

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Stress und Burnout I

Wie viel Regulierung brauchen Unternehmen?

2013 war – unter anderem – das Jahr der Burnout-Debatten. Nach der Veröffentlichung verschiedener Studien schlugen neben der Politik vor allem die Krankenkassen recht laut Alarm. Am eindrucksvollsten war sicher jene Studie, die einen Anstieg der burnout-bedingten Krankheitstage um 1800% von 2004 bis 2011 ausweist. Ob es bei den darauffolgenden Diskussionen tatsächlich um das mangelnde Wohlbefinden von gestressten Arbeitnehmern ging, sei einmal dahingestellt – Fakt ist, Stress und Burnout verursachten inzwischen für Firmen und Gesellschaft Folgekosten in Milliardenhöhe.

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Amazon: Wie zukunftsfähig ist Hypereffizienz als strategisches Modell?

Amazon kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Der Arbeitskampf in den deutschen Logistikzentren des Online-Händlers weitet sich vermutlich in nächster Zeit noch aus. Verdi-Sekretär Thomas Schneider ließ verlauten, dass seine Gewerkschaft offen für eine Internationalisierung der Auseinandersetzung ist. Mit seinen polnischen und tschechischen Kollegen gab es dazu bereits Gespräche. Anfang Februar 2014 haben auch in den französischen Versandzentren von Amazon die ersten Streiks begonnen.

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Rückgang von Telearbeit in Deutschland – der Vorgesetzte als Kontrollfreak?

Yahoo-Chefin Marissa Meyer macht gerade den Praxistest, ob sich ein Unternehmen im 21. Jahrhundert auf autoritäre Weise führen und vor allem nachhaltig sanieren lässt. Ein scharfes Bewertungssystem und mehr Kontrolle der Mitarbeiter sollen dafür sorgen, dass der Internet-Gigant wieder dauerhaft schwarze Zahlen schreibt. Eine Maßnahme, die auch eine ganze Reihe öffentlicher Fragen aufwarf, war ihr Stopp der Telearbeit bei Yahoo. Die Mitarbeiter sollen ab sofort wieder möglichst vollzählig an ihren Office-Arbeitsplätzen erscheinen. Halboffiziell war dabei durchaus von einer Vertrauenskrise die Rede. Angeblich vermutet Marissa Meyer, dass die ursprünglich konzernweit propagierte Telearbeit dazu führt, dass sich die hochqualifizierten Heimarbeiter bei üppigen Gehaltschecks in der häuslichen Atmosphäre weniger für das Unternehmen engagieren als privat entspannen.

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Präsentismus – die negative Konsequenz des Arbeitswahns

Das Institut für Demoskopie und Meinungsforschung Allensbach hat 591 Manager zu ihren Schlafgewohnheiten befragt – mit bedenklichem Ergebnis. Rund 20 Prozent von ihnen bekommen fünf oder noch weniger Stunden Schlaf pro Nacht. Ein Drittel von ihnen ist davon überzeugt, dass sie sich wegen ihres Arbeitspensums nicht mehr Schlaf leisten können. Jeder zweite der Befragten meint, dass er definitiv zu wenig Schlaf bekommt.

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