Beiträge

Work-Life-Balance per Verordnung?

Burnout ist hierzulande zum neuen Synonym für die Brutalität der Arbeitswelt geworden. Die Zunahme der stressbedingten Ausfalltage und die Steigerungsraten des Burnout-Syndroms in der klinischen Diagnose scheinen geradezu prädestiniert zu sein, ein Phänomen abzubilden, das sich ansonsten schwer fassen lässt. Mangelnde Führungskompetenz in den Unternehmen, das reale Maß der Überlastung von Arbeitnehmern oder Work-Life-Balance lassen sich nun einmal schwer als Zahlen abbilden – die Krankschreibungen auf Grund psychischer Probleme dagegen ganz exakt: Etwa 50 Prozent davon gelten als direkte Burnout-Faktoren. Und die Zahlen steigen rapide an. Burnout-bedingte Krankheitstage sind in den letzten acht Jahren um das Achtzehnfache gestiegen.

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Motivation bis zur Tiefenentladung

oder: Die Mär von der Motivation

1. „Kann ich nicht“ wohnt meistens in der „Will ich nicht“-Straße. – Steffen Kirchner (Mentalcoach)
2. „Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das!“ – Bob, der Baumeister
3. „Wenn mir ein Verlierer sagt, dass etwas nicht geht, dann heißt das nur, dass es für ihn nicht geht. Für mich ist alles möglich. Der Gewinner ist immer Teil einer Lösung. Der Verlierer ist immer Teil eines Problems.“ – Mehmet Göker (Gründer MEG)
4. „Qualität kommt von Qual!“ – Felix Magath (Fußball-Trainer)
5. „Wenn Ihr das nächste Mal zweifelt, dann stellt euch die Frage: Was macht mich glücklich?“ – Steve Kroeger (Bergsteiger und Motivationstrainer)
6. „Ihr müsst Euch das als Ziel setzen, was Euer Ziel ist!“ – Dr. Christian Weilmeier (Motivationstrainer)

Und? Welche dieser launigen Ermunterungsversuche mussten Sie schon über sich ergehen lassen….?

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Die Anti-Stress-Verordnung

Oder: wie die Politik Weicheier heranzüchten wird

Stellen Sie sich vor, Ihre Kinder kommen von der Schule nach Hause und jammern Ihnen vor, wie viel Stress sie doch in der Schule hätten. Jeden Tag müssten Hausaufgaben erledigt werden. Ständig müsse man sich auf Klausuren vorbereiten. Und zu allem Überfluss gäbe es hin und wieder auch Referate und Präsentation zu halten.

‚Fürsorgliche’ Eltern haben für dieses Dilemma natürlich sofort die Lösung parat. Einzeln oder zusammengerottet stürmen sie die Lehrerkonferenz – es fehlt nicht viel, dass sie sich wie beim Bauernaufstand mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnen; sie halten Inquisition, engagieren Winkeladvokaten oder wenden sich gleich an das Kultusministerium und fordern weniger Schulaufgaben, bessere Benotung und ähnliche Dinge für ihre Zöglinge.
‚Schlechte’ Eltern versuchen, Ihren Kindern Problemlösungsstrategien beizubringen, z.B. effizient lernen und Informationen recherchieren, eine bessere, zeitliche Organisation und so weiter, um mit dem Stress besser fertig zu werden.

Nicht anders läuft es bei den Erwachsenen. Um den Stress bei der Arbeit soll sich die Politik kümmern. Sie fühlt sich in ihrem Beglückungseifer auch angesprochen und will sich per Gesetz dafür einsetzen, dass der Stress im Berufsleben reduziert werde. Aber ist das der richtige Weg?

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Stress und Burnout II

„Glückliche“ Mitarbeiter durch positive Führung

Das Thema unseres vorhergehenden Artikels war eine „regulatorische“ Perspektive auf beruflichen Stress und das daraus resultierende Risiko, einen Burnout zu erleiden. Der Zusammenhang der gesellschaftlichen Diskussion ist simpel: Stress und Burnout verursachen inzwischen gesellschaftliche Folgekosten in Milliardenhöhe – in Form von Krankheitstagen, Arbeitsausfall oder dem vorzeitigen Abschied aus dem Arbeitsleben in die Frühverrentung. Alarmierend ist nicht zuletzt, dass die Zahl der arbeitsbezogenen psychischen Erkrankungen seit dem Beginn der 2000er Jahre kontinuierlich zugenommen hat, entsprechendes Datenmaterial liefert unter anderem der Gesundheitsreport der DAK für das vergangene Jahr.

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Stress und Burnout I

Wie viel Regulierung brauchen Unternehmen?

2013 war – unter anderem – das Jahr der Burnout-Debatten. Nach der Veröffentlichung verschiedener Studien schlugen neben der Politik vor allem die Krankenkassen recht laut Alarm. Am eindrucksvollsten war sicher jene Studie, die einen Anstieg der burnout-bedingten Krankheitstage um 1800% von 2004 bis 2011 ausweist. Ob es bei den darauffolgenden Diskussionen tatsächlich um das mangelnde Wohlbefinden von gestressten Arbeitnehmern ging, sei einmal dahingestellt – Fakt ist, Stress und Burnout verursachten inzwischen für Firmen und Gesellschaft Folgekosten in Milliardenhöhe.

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Präsentismus – die negative Konsequenz des Arbeitswahns

Das Institut für Demoskopie und Meinungsforschung Allensbach hat 591 Manager zu ihren Schlafgewohnheiten befragt – mit bedenklichem Ergebnis. Rund 20 Prozent von ihnen bekommen fünf oder noch weniger Stunden Schlaf pro Nacht. Ein Drittel von ihnen ist davon überzeugt, dass sie sich wegen ihres Arbeitspensums nicht mehr Schlaf leisten können. Jeder zweite der Befragten meint, dass er definitiv zu wenig Schlaf bekommt.

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Überstunden

oder: Meuterei ist keine Lösung

Martin Wehrle, Karriere-Coach und regelmäßiger Kolumnist für „Spiegel Online“ sowie das „manager magazin“, rief vor einiger Zeit in einem Artikel zur offenen Meuterei von Angestellten auf – dabei ging es um Überforderung und vor allem die ungeliebten Überstunden.

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Stress und Burnout

Prioritäten oder Arbeiten am Limit?

Stress und Burnout werden immer stärker zu medialen Dauerbrennern. Der Hintergrund dafür ist auch unter volkswirtschaftlichem Aspekt brisant. In ihrem „Stressreport 2012“ kam die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf insgesamt 53 Millionen Krankheitstage, die auf psychische Leiden zurückzuführen waren. Die Ursachen dafür finden sich oft im Arbeitsumfeld, seit 2005 ist die Zahl der Fehltage wegen Burnout oder Erschöpfungsdepressionen um das 18-fache angestiegen. Experten listen als Gründe für das Ausbrennen am Arbeitsplatz verschiedene Faktoren auf. Zu den Krankmachern gehören demnach neben permanentem Termin- und Leistungsdruck unter anderem Multitasking sowie die digitale Erreichbarkeit rund um die Uhr.

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WIE statt WAS?

Warum „Management by Objectives“ Arbeitnehmer und Unternehmen überfordert

Das neue Jahr ist gerade ein paar Tage alt – wir hoffen also, dass Sie nach den Feiertagen gut erholt und hoch motiviert an Ihrem Arbeitsplatz zurück sind. Wahrscheinlich haben Sie die Zielvereinbarungen für dieses Jahr mit Ihren Vorgesetzten bereits abgeklärt. Ob die Bestandsaufnahme dazu in Vierteljahresintervallen oder erst zum Jahresende folgt, hängt von der Führungskultur in Ihrer Firma ab. Und jetzt ganz ehrlich: Was bedeuten diese Zielvorgaben für Sie persönlich? Definieren sie einen konkreten Rahmen, der die Planung – und damit auch die Effektivität – Ihrer Alltagsarbeit tatsächlich unterstützt? Sind sie Formalien, nach deren Umsetzung in Zukunft niemand wirklich fragt? Oder erzeugen sie vor allem Stress, da Sie und Ihre Mitarbeiter aus Erfahrung wissen, dass die durch die Unternehmensleitung vorgegebenen Ziele eigentlich nicht erreichbar sind?

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